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Ulrich Zimmermann
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rosten nie empfangene träume
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Der Ettlinger Schriftsteller Ulrich Zimmermann gehört zu den Stillen im Lande. Weit mehr als ein
Dutzend Bücher hat er während 30 Jahren geschrieben und herausgegeben. So herrschen in seinem
Gedichtband "rosten nie empfangene träume" die leisen Töne vor. In meist nur
wenigen Zeilen beleuchtet er hinterlistung und genau die marode Gesellschaft und vor allem das
einsame Subjekt. Die aphoristisch knappen Texte sind schlicht, aber alles andere als banal:
begnadet/
in der Kunst/
des neinsagens//
ist er nun/
mehr allein/
als ihm lieb ist
Die Väter-, die geistigen Väter, die Beziehungen und das älterwerden beschäftigen den Autor:
mit etwas würde/
einer familie/
einem haus wäre/
sein lebensrest/
anständig/
zu erledigen/
sagt ihm sein/
Vater und weint.
Das Leben wird erledigt, und zwar anständig und
von hinten/
gesehen/
blicken wir/
immer noch/
vorwärts/
wer uns aber/
ins gesicht/
sieht weiß//
wir blicken ins Leere.
Ulrich Zimmermann ist als Schriftsteller ein Glücksfall: Seine melancholische, aber trotzdem
ironische Lakonie, sein virtuoses Spiel mit der Sprache, ergibt einen eigenen, ureigenen Tonfall,
den Zimmermann-Tonfall. Die Lektüre des Bandes hinterläßt Bedrückung. Diese Gedichte genießt man
nicht, "diese worte biegen balken." Zimmermanns Sprache ist von äußerster Dichte
und Präzision; er ist am Rande der Sprachlosigkeit angelangt.
letzten endes sind/
wir alle verrückt//
denn die normalen/
kommen uns irgendwie/
seltsam vor.
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Ulrich Zimmermann. rosten nie empfangene träume
Lyrik. INFO, 72 Seiten.
ISBN: 3-881-90113-2
© Matthias Kehle
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