Ulrich Zimmermann |
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Ins weiche Holz des Balkens |
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Ulrich Zimmermann hat es als Lehrer täglich mit Schülern zu tun, und auch mit der literarischen Gattung der "Fabel", die, wie wir wissen, bevorzugt Schülern vorgesetzt wird. Nun hat Zimmermann ein Buch mit "Dingfabeln" geschrieben. Betten, Trompeten, Dachziegel, Wecker, Flaschen u.v.a. nehmen plötzlich menschliche Züge an. Das kann amüsant sein, z.B. wenn eine Schiebeleiter der Freiwilligen Feuerwehr überraschend ihren Dienst verweigert. "'Ich habe es satt', sagte sie, 'jede Nacht, wenn die Flammen lodern, von diesen hastigen jungen Männern bestiegen zu werden, die, kaum haben sie das Feuer mit ihren Spritzen gelöscht, von mir förmlich herunterfallen und sich werweißwohin verkrümeln, wahrscheinlich lassen sie sich vollaufen, die Flegel'". Aber nur zu oft sind die Fabeln "oversophisticated", sprich, man weiß nicht, worauf der Autor eigentlich hinauswill, ob er nicht doch mehr will als intellektuellen "Nonsense". Eine "Szene" zwischen den beiden Liebenden Fäustel und Meißel, die sich erst schlagen und schließlich wieder im "Liebesgeflüster" enden, ist allenfalls ein plattes Abbild menschlicher Beziehungskisten. Gelegentlich sind die Eigenschaften der Gegenstände mit Gewalt menschlichem Verhalten angepasst und an den Haaren herbeigezogen. Der Lehrer Ulrich Zimmermann spielt überdies ständig mit seiner literarischen und politischen Bildung, was dann unerquicklich ist, wenn man allenfalls erahnen kann, was z.B. die überschrift "Für Holger mit der Dachlatte" mit einer defekten Verkehrsampel zu tun hat, der "es beim Wechsel von Rot auf Grün, schwarz vor Augen" wurde. Was dieses Buch letztendlich trotzdem lesenswert macht, sind ein paar witzige, groteske und eigenwillige Fabeln - einmal mehr - der Ulrich-Zimmermann-Tonfall: doppelbödig, selbstreflektiert und ein klein wenig selbstverliebt. Ulrich Zimmermann. Ins weiche Holz des Balkens © Matthias Kehle
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