John von Düffel |
||||||||
Rinderwahnsinn |
||||||||
|
John von Düffel (Jahrgang 1966) wurde mit seinem Erfolgsroman "Vom Wasser"
richtig bekannt. Doch der Dramaturg und Theaterautor machte bereits mit seinen zahlreichen
Stücken von sich reden - "Rinderwahnsinn" etwa gehörte 1999 zu den
meistgespielten deutschsprachigen Stücken der Gegenwartsliteratur. John von Düffels schräge Farce hat auch in Buchform einen hohen Unterhaltungswert. Er
konfrontiert die eindimensionalen Ideologien seiner Elterngeneration mit der Ideologiefreiheit
ihrer Kinder, denen Sex wichtiger ist als die Revolution, die sich zwar mit ihren Eltern
auseinandersetzen, aber diese nicht zu überwinden schaffen. Der Vatermord gelingt nicht, weil
der Sohn zu feige ist. Faustersterteil fragt seinen Vater: "Woher nimmst du die Kraft,...
woher die geistige Gewalt, das Chaos des Lebens so zu vereinfachen?" Trotz der
programmatischen Namen, trotz der Auseinandersetzungen mit ideologischem Ballast: John von
Düffel kalauert lieber à la Monty Python als dass er in Nachdenklichkeit verfällt:
Das ideologische Erbe der finsteren siebziger Jahre fällt Kalauern zum Opfer. Das ist eine der
künstlerischen Leistungen der Spass-Generation.
© Matthias Kehle |
|
|||||||