Thomas Dylan

Der Strand von Falesa

Der weiße Händler Case beherrscht eine kleine polynesische Insel. Als zweiter Händler will Wiltshire mit den Eingeborenen Handel treiben. Der Neuankömmling heiratet schnell die schöne Eingeborene Uma. Er muß jedoch feststellen, daß Uma mit einem Tabu belegt ist, denn keiner der Eingeborenen kauft bei ihm, es spricht auch niemand mit ihm. Er erfährt bald, daß sich Uma Case verweigert hat, daß dieser mit allerlei Okkultismus für die Tabuisierung der Schönheit gesorgt hat, und daß er Wiltshire durch die Hochzeit, die er angezettelt hat, von der Insel vertreiben will. Wiltshire liebt Uma jedoch und beginnt gegen den Aberglauben der Insulaner und die Tyrannei des Konkurrenten anzukämpfen. Ein angesehener Missionar hilft ihm dabei. Beim abschließenden Showdown werden Case und seine Sekundanten getötet.

Dylan Thomas hatte vor, eine Mischung aus Roman und Drehbuch zu schreiben, und so hat man ständig Bilder vor Augen, die man irgendwann schon einmal im Fernsehen gesehen hat. Wäre nicht die ungeheure poetische Kraft der Sprache von Dylan Thomas, so hätte der Roman "nur" Wildwestflair:
"Durch die beiden Kreise des Glases sieht er die Brandung, wie sie gegen die hohen Kliffs schlägt, die dick mit Bäumen bestandenen Täler, die Bergvorsprünge, die majestätischen Waldungen, den weißen Blitz von Bächen, die sich in Schluchten stürzen, den Aufruhr von Wasserfällen, die großen Brotfruchtbäume, die Kokospalmen, die verstreuten Bambushäuser unter den Bäumen und ein paar Rauchfahnen, am Himmel zerfetzt."

Dylan Thomas scheut keine polarisierenden Darstellungen, er stellt das  Haus des "bösen" Case als dunkles Loch dar, das sich beim Eintritt des Missionars erhellt. Auch scheut er nicht die stereotypische Darstellung der heruntergekommenen whiskeytrinkenden Weißen.
Die Tradition dieser Art von trivialer Darstellung hat sich wohl auch erst nach Dylan Thomas Tod voll entwickelt, und selbst wenn der Roman ein zeitgenössischer wäre, könnte man ihn zugleich als literarisches Kunstwerk feiern und an einem Abend verschlingen.
Bezeichnend für diesen Roman ist übrigens, daß das Manuskript lange Zeit im Besitz von Richard Burton war, der es verfilmen wollte.

Weitere Informationen zu Thomas Dylan:
http://www.dylan-thomas.de

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Thomas Dylan. Der Strand von Falesa
Roman. Eichborn Verlag, 144 Seiten.
ISBN: 3-821-80181-6

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