Inzwischen lassen sich im Book-On-Demand-Verfahren schöne Bücher herstellen. Sogar
Hardcover-Bände mit ordentlichem Schutzumschlag sind möglich und in der Herstellung(fast)
für jedermann erschwinglich. Einen außerordentlich schön gestalteten Band hat nun
der Düsseldorfer Andreas Sternowski publiziert. Dieser offenbart jedoch die ganze Crux des
Verfahrens, denn jeder, der bislang für die Schublade geschrieben hat, kann nun seine
gesammelten Texte veröffentlichen.
"Wie eine gute Rockballade" sollen die "Rock Poems" des 47-Jährigen sein,
"verdichtet, aber nicht verschlossen, tief, aber leicht zugänglich", vor allem aber
"ehrlich". In vier Abteilungen gliedert Sternowski seine Sammlung, die erste enthält
"Skizzen" von entwaffnender Naivität. "Strafe" heißt das erste
Gedicht, und darin sind Zeilen zu lesen wie "die schönste Liebe/ schaut uns tief in die
Augen/ die wir gerade abwenden." Ein weiterer Text ("Blick über den Zaun")
schildert die Beobachtung von Gänsen, "gefallene Engel auf einem Teppich aus Gras".
Es findet sich also wenig Originelles in Sternowskis Gedichten, dafür aber reichlich
Persönliches: Das lyrische Ich taucht mit namentlicher Kennzeichnung ("A.") in einer
ganzen Reihe von Poemen auf, die oft nahe der Prosa, ja dem beiläufigen Parlando, angesiedelt
sind: "A. verbrachte sein Leben in der Abgeschiedenheit des Alchimielabors/ las Bücher
beobachtete Sterne ließ Computer rechnen/ zwei drei Mal war er der magischen Formel zum
Greifen nah." Andreas Sternowksi sieht Gedichte wohl als sinnstiftendes Mittel an, als
Möglichkeit, die Welt zu begreifen. Einige der Texte sammelt er unter der Überschrift
"Erotika". Doch leider sind diese Gedichte wenig erotisch, sondern banal: "da liegt
sie nackt/ in die göttliche Wärme eingehüllt/ mit dem zarten Schutz der Liebe:/ eine
Frau". Sehr Persönliches, ja Intimes verrät Andreas Sternowski, und damit verliert
er die Distanz zu seinem lyrischen Gegenstand. Es sind gut gemeinte Gedichte in einer schönen
Hülle, mehr nicht.
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Andreas Sternowski: Rock Poems, Gedichte. Düsseldorf,
Selbstverlag. 19,90 Euro.
ISBN 3-8334-0660-7