Rafik Schami |
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Sieben Doppelgänger |
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Daß Rafik Schami ein erfolgreicher Schriftsteller und brillanter Fabulierer ist, ist nichts Neues. Daß er darunter leidet und sich auch noch darüber lustig macht, schon. Jedenfalls hat es Rafik Schami oder vielmehr sein gleichnamiges Alter Ego satt, durchs Land zu reisen und eine Lesung nach der anderen zu halten. Zwar liebt er das Erzählen und vor allem sein Publikum, aber: Er kommt nicht mehr zum Schreiben. Also engagiert er sieben Doppelgänger, bildet sie gründlich aus und läßt sie an seiner Stelle auftreten. Anfangs geht noch alles gut, die Erfolge sind grandios, Rafik Schami verdient ein Vielfaches und schreibt an einem Liebesroman, während seine Doppelgänger allmählich die Gestalt der sieben Todsünden annehmen und ihren Arbeitgeber immer öfter blamieren. Der eine frißt sich 120 Kilo auf den Leib, der andere ist so hinter dem Geld her, daß er für jeden seiner sechs Kollegen einspringt, der dritte ist ein Weiberheld, ein anderer verachtet die Araber usw. Ein Chaos bricht aus, der "echte" Rafik Schami hat alle Hände voll zu tun, um seine Doppelgänger zu bändigen und kommt wieder nicht zum Schreiben. Rafik Schamis neuer Roman ist eine Liebeserklärung an die Literatur, ans Erzählen, an
sein Publikum und seine Freunde, die Buchhändler und Bibliothekare. übrigens kam der
Rafik Schami im Roman bei der Karlsruher Bücherschau auf die Idee mit den Doppelgängern,
ein gewisser Gerhard B., mitverantwortlich für die Bücherschau, brachte ihn darauf. Rafik
Schami erzählt wunderbare Geschichten und Anekdoten, die das Tourneeleben mit sich bringt.
Leichtfüßig schweift er von seiner eigentlichen Geschichte ab und fesselt den Leser so
sehr, daß dieser glaubt, die Geschichte mit den Doppelgängern sei wirklich
passiert.
© Matthias Kehle
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