Wolfgang Promies |
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BrandEnde |
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Das Leben ist monströs, und Albert Borbe ein moderner Don Quijote. Mit Frau und Kind zieht
der Deutschlehrer Borbe in eine frisch errichtete, höchst biedere Reihenhaussiedlung. Hier
nörgelnde Nachbarn, da schreiende Kinder, hier der Kampf um die gleichmäßige
Länge des Rasens, da der Wettbewerb um einen mög lichst akuraten Schnitt der Hecken. In
dem zweifelhaften Idyll der Kleinstadt fühlt sich Borbe, trotz seiner Seitensprünge und
seiner hinreißenden Frau nicht eben wohl. Er macht die Bekanntschaft Nafzigers, eines
äußerst schrägen Totengräbers, und damit beginnt "Borbes Bericht vom
Abbruch aller Beziehungen", so der Untertitel von Wolfgang Promies Roman. Das
Spannungsfeld des Romans liegt zwischen leidenschaftlicher Liebe und unergründlichem Sterben.
Zunächst erwischt es eine von Borbes Liebschaften in der Badewanne, kurze Zeit später
findet er sich wieder in einem morbiden Partygespräch mit höchst lebenstüchtigen
Nachbarn. Mal gräbt er mit Nafziger Kriegserinnerungen aus, mal erzählt dieser
düstere Geschichten vom Tod. Borbe beschließt, der Idylle zu entfliehen und
selbsttätig ein Haus zu bauen, doch dieses wächst zu einer finsteren Ruine. Als Borbe zur
Ehrenbürgerschaft des wichtigsten Schriftstellers der Stadt die Laudatio halten soll, entdeckt
er dessen Nazivergangenheit. Er versucht, die Stadtoberen vergeblich von ihrer Entscheidung
abzubringen, und fortan steht Borbe allein. Zuletzt stürzt Borbes hochschwangere Frau von
Nafzigers Pferdekutsche zu Tode, und der Witwer sitzt im Keller seiner Ruine, gerade einem
Brandanschlag entronnen.
© Matthias Kehle
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