Charlotte Mutsaers |
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Kirschenblut |
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Es fasziniert bildende Künstler ebenso wie Schriftsteller: Das Verhältnis von Bild zu
Wort und von Bezeichnendem zu Bezeichnetem. Von der niederländischen Autorin und Malerin
Charlotte Mutsaers sind nun ausgewählte Essays erschienen, in denen es um dieses
Verhältnis geht. Inspiriert von der postmodernen französischen Philosophie und einem
Bild-Gedicht von Apollinaire wurde etwa der Aufsatz "Wenn das Wort Fleisch wird, wiehert das
Pferd." Der seltsame Titel spricht Bände: Mutsaers Essays sind nämlich eigenwillige
und unterhaltsame Abschweifungen, die überdies reich bebildert sind, wenn auch auf den
Reproduktionen in schwarz-weiß und in Briefmarkengröße oft nicht viel zu erkennen
ist. Weshalb werden so viele Menschen Künstler, obwohl sie kein Bild zum Weinen bringt? Wie
kann es funktionieren, dass ausgerechnet Gedichte, von einem meisterlichen Cartoonisten
illustriert, dadurch erst richtig lebendig werden? Das sind Fragen, die Charlotte Mutsaers
Aufsätze auf heitere Weise beantworten. Die ohne Zweifel interessanteste Geschichte (wohl weil
die Autorin eine Geschichte erzählt!) ist die von Vater und Sohn, beide virtuose
Glasbläser, die im Laufe ihres Lebens für wissenschaftliche Zwecke tausende von
filigranen Quallen aus Glas hergestellt haben - faszinierend wie diese weichen Geschöpfe als
unbewegliche harte Glasgebilde existieren können.
© Matthias Kehle
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