Markus Meik

Peter Schneiders Erzählung Lenz. Zur Entstehung eines Kultbuchs

Markus Meik ist Lehrer und hat eine Dissertation über ein mittlerweile kanonisiertes Kultbuch geschrieben, nämlich über Peter Schneiders Erzählung Lenz. Genauer gesagt, geht Meik der Frage nach, wie es dazu kam, daß Lenz zu einem Kultbuch wurde. Um diese Frage zu beantworten, bedient sich Meik der Literatursoziologie. Teil I rekonstruiert folgerichtig die "mentalitätsgeschichtlichen Erfolgsvoraussetzungen" und zitiert beispielsweise empirische Daten zum ökonomischen Erfolg. Die Dissertation zeichnet insbesondere die Rezensionsgeschichte nach. Rezeptionsgeschichte setzt der Autor dabei mit Rezensionsgeschichte gleich. Meik betreibt Statistik. Anlage 5 etwa stellt ein (methodisch fragwürdiges) Cluster zur Erfassung der erschienen Rezensionen dar und versucht sie zu sortieren - die gute alte Mengenlehre läßt ebenso grüßen wie diverse Lehrbücher empirischer Sozialforschung. Meik stellt übrigens auch fest, daß die meisten Rezensionen im Stuttgarter Raum erschienen sind. Der ehemalige Doktorand betreibt aber keineswegs nur Statistik, sondern versucht vielmehr, einen Zusammenhang zwischen Mentalitätsgeschichte und Rezeptionsgeschichte herzustellen. Er beruft sich dabei auf sämtliche Klassiker der letzten 30 Jahre, seien es kulturgeschichtliche Analysen zwischen Hermann Glaser, Rudi Dutschke, Peter Weiss oder Herbert Marcuse, seien es kultursoziologische Standardwerke zum Wertewandel von Pierre Bourdieu über Ulrich Beck bis zu Gerhard Schulzes Erlebnisgesellschaft. Herausgekommen ist dabei fast ein (Zeit-)Geschichtsbuch.

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Markus Meik. Peter Schneiders Erzählung Lenz. Zur Entstehung eines Kultbuchs
Sachbuch. Carl Boeschen, 276 Seiten.
ISBN: 3-932-21209-6

© Matthias Kehle

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