Paola Mastrocola |
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Das fliegende Huhn |
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Eine Lehrerin aus Leidenschaft züchtet mit der gleichen Hingabe Hühner. Allerdings hält sie ihre Schüler oft für Idioten, besonders geht ihr aber die Schulbürokratie auf die Nerven, vor allem dann, wenn sie ihren Direktor um Urlaub wegen eines Hühnerzuchtkongresses bitten muss. Das Buch ist vielschichtiger als es auf den ersten Blick scheint, lernt sie doch von einem benachbarten Bauern Dinge aus der "guten alten Zeit", etwa welche Bäume welche Erde zum Wachsen brauchen, außerdem - wer hätte das gedacht? - Hühner einen Hahn, also einen Mann im Haus. Carla - so der Name der Lehrerin - hat im Gegensatz zu ihren Hühnern einen Mann im Haus. Dieser ist Lehrer und gleichzeitig Programmierer und trauert den Zeiten vor Windows nach, schließlich musste man beim Programmieren früher noch selbst denken. Zu diesem Sammelsurium aus Kauzigkeiten kommt noch hinzu, dass Carla ihren geliebten Hühnern das Fliegen beibringen will und dazu eigenwillige Flugapparate konstruiert. Ein Handlungsstrang reiht sich an den nächsten und macht das Buch zu einer witzigen Ansammlung von schrägen Gestalten, die sich gegen Widrigkeiten der Moderne auf ihre Weise sträuben. Nicht nur Freunde des Federviehs und des schrägen italienischen Humors werden ihre Freude an dem Buch haben, sondern auch Sprachfetischisten, schließlich seziert Carla jeden Satz, den sie hört. Dabei mag bei der übersetzung viel auf der Strecke geblieben sein, denn eine Assoziation von "drollig" und "kontrollieren" gibt es im Italienischen nicht.
© Matthias Kehle
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