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James Bond rettet die Welt nur vor Größenwahnsinnigen, im schlimmsten Falle vor
Atombomben. Der Journalist Thomas Heilant (!) rettet das gesamte Universum vor dem verrückten
Physik-Nobelpreisträger Massimo Altomonte. Dieser bastelt nämlich an der
größten Erfindung aller Zeiten: Er will die Blase des Universums in einer anderen
Universumsblase verschwinden lassen. Außer Altomonte selbst weiß das freilich keiner.
Bei einem rätselhaften Unfall im Genfer Forschungszentrum kommt er vermeintlich ums Leben.
Heilant, sein alter Freund aus Heidelberger Studientagen und nun Journalist bei einem
Nachrichtenmagazin, macht sich also nach Genf auf, um dem Unglück auf die Spur zu kommen.
Dabei finden sich immer mehr Hinweise auf Altomontes Machenschaften, nicht zuletzt durch dessen
Tochter Chloé, die obendrein mit Heilant ins Bett steigt. Sie ist es auch, die ihn
schließlich zu Altomonte ins Labor führt. Sekunden vor dem Big Bang streckt der Heilant
seinen Freund nieder.
Ganz so einfach ist es aber nicht, denn diese Geschichte findet sich auf einer Diskette wieder, die
nach Heilants Selbstmord in einer psychatrischen Anstalt auftaucht. Chloé holt Heilants Hab
und Gut ab und rät dem Anstaltsleiter, dem wahnsinnigen "Retter des Universums"
nicht zu glauben. Die hanebüchene Geschichte wird mit abstrusen Détails gewürzt.
Chloés Mutter, die Ex-Geliebte sowohl von Altomonte als auch von Heilant, ist die
meistgesuchte Terroristin der Welt und mitverantwortlich für die Morde der RAF. Als sie sich
Ende der 70er Jahre mit Heilant im Wald trifft, wird sie von einem Sonderkommando erschossen. Diese
Episode bildet den Schlußpunkt von Rückblenden in die gute alte Zeit der
Studentenunruhen in Heidelberg, in der das Genie Altomonte, Entdecker u.a. der Chaos-Theorie,
Heilant in langwierigen Monologen physikalisch-philosophische Zusammenhänge erklärt. Der
Autor Marco Lalli, der als Sozial- und Umweltpsychologe in Heidelberg lebt, hat zu viel James Bond
gesehen und zu viel gelesen. Neben einschlägiger Fachliteratur aus der Physik werden Sartre
und Johann Sebastian Bach zitiert, im Vorwort nennt Lalli noch einige andere Autoren. Heraus kommt
dabei unglaubwürdiges Sammelsurium an Ideen und Handlungssträngen, dem man nur zugute
halten kann, daß es einigermaßen spannend zu lesen ist.
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Marco Lalli. Die Himmelsleiter
Roman. Klöpfer & Meyer, 244 Seiten.
ISBN: 3-931-40208-8
© Matthias Kehle

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