Kajetan Kovic |
||||||||
Sommer |
||||||||
|
Das kleine Volk der Slowenen am Südostrand der Alpen gilt als liebenswürdig und als ein Volk von Lyrikern. Kajetan Kovic, geboren 1931 im slowenischen Maribor, ist einer der bedeutendsten unter ihnen; seine Bücher - darunter 14 Gedichtbände - sind in mehrere Sprachen übersetzt. Die Gedichtsammlung "Sommer" ist bisher der einzige ins deutsche übertragene Band. Liest man diese Gedichte, so verwundert es nicht, dass die Slowenen ihre Lyriker verehren. Es sind lakonische, an der Alltagssprache und am Alltagserleben orientierte Gedichte: Der Hund // Kovic beschreibt im folgenden dieses Landgasthaus mit Hingabe und Liebe zu Menschen und Tieren: ... Da kam er/ Im Gegensatz zu den (wenigen) deutschen Lakonikern schreibt Kajetan Kovic fast ausnahmslos "lange" Gedichte in einem melancholisch-zurückhaltenden Ton, oft nahe an der Prosa. Schreibt nicht für die Ewigkeit,/ Man nimmt Kovic diese Poetologie ab, wenn er über sich selbst und sein Metier reflektiert. Andere Themen sind Tod, Vergänglichkeit, doch auch die Liebe, das Land und die Jahreszeiten - eben alles, was Menschen bewegt. Die große Kunst Kajetan Kovic' ist es, diesen alten Themen formal und inhaltich neue Aspekte abzugewinnen, und dies geht nur ohne jeden Anflug von Pathos. Mitunter hat man jedoch den Eindruck, dass der übersetzer (Fabjan Hafner) gelegentlich Probleme hatte, im deutschen einen lakonischen Tonfall zu treffen :"Rüde Verfügung" oder Es buhlen/
© Matthias Kehle
|
|
|||||||