Karlheinz Kluge |
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Café Gnädig |
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"Es gibt keinen Weg, der aus der Geschichte herausführt." Das ist der
letzte Satz in Karlheinz Kluges Erzählband "Café Gnädig", und er ist
programmatisch für die verschlungenen und düsteren Erzählungen des Offenburger
Autors. Da ist der Vertreter für Mundharmonikas, der in einem Schwarzwalddorf Geschäfte
machen will und sich aberwitzige Geschichten ausdenkt, um diese anzukurbeln, da ist der etwas
abgerissene Mann, der leicht weggetreten durch einen Flughafen irrt und auf der Damentoilette mit
einer älteren Frau ins Gespräch kommt oder aber der schräge Erfinder, der eine Art
Sender entwickelt, um Käfer fernzusteuern. Der ehemalige Elektromechaniker Kluge ist
fasziniert von technischen Geräten, von Musikboxen, selbstgebastelten Apparaten oder
Kaffeeautomaten, die nicht funktionieren. Seine Protagonisten verheddern sich in ihrer Biografie,
Karlheinz Kluge schweift ab, die Geräte bekommen ein Eigenleben. So etwa die Musikbox, die ein
Mann verkaufen will, weil sie schon lange Platz in seinem Keller wegnimmt. Eines Tages erscheint
ein junger Mann, der sich dafür interessiert. Es stellt sich heraus, dass dieser die Musikbox
genau kennt, das Gerät stand im Café Gnädig. Der Interessent kennt nicht nur jeden
Titel, sondern auch die Geschichte von der Jagd mit dem Motorrad und der Verfolgung durch die
Polizei, die in der Musikbox endete, welche nämlich als Versteck diente.
© Matthias Kehle
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