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Volker Kaminski
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Spurwechsel. Roman
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Louis verläßt seine Freundin in Freiburg. Er gibt vor, in Berlin kurz nach dem
Mauerfall neue Erfahrungen machen zu wollen. Schon auf der Autobahn spürt er die
"Anziehungskraft Berlins wie ein riesiges Magnetfeld." Die historischen Ereignisse
geraten bald zur Kulisse für eine immer rasanter ablaufende, fast allegorische
Geschichte.
Louis sucht seinen alten Freund Paul auf, der mit seiner Freundin Isabelle in einer Villa lebt und
sich dort regelmäßig mit einigen Kunstfreunden trifft. Es ist ein erlesener Zirkel, der
den Kunstbetrieb ablehnt, sich aber letztlich doch nur aus bürgerlichen Amateuren rekrutiert -
"Menschwerdung durch Kunst" ist die Devise. Louis will nicht recht dazu gehören. Er
läßt sich durch Berlin treiben und beschließt, Galerist zu werden. Kaminski
zeichnet Paul als unberechenbaren Widerpart von Louis, getrieben von missionarischem Eifer, ein
Freund, der Desinteresse heuchelt. "Was ist schon passiert?", kommentiert er den
Mauerfall, "die große Ostberliner Peepshow läßt mich kalt."
Volker Kaminski, geboren und aufgewachsen in Karlsruhe, erzählt die oft unterkühlten
Begegnungen der drei Beteiligten knapp und lakonisch. Szene für Szene baut er mehr Spannung
auf. Der vorläufige Höhepunkt ist eine Ménage à trois: Auf Wunsch von Paul
soll Louis mit in seine Villa ziehen. Unerbittlich steuert der Roman auf einen Showdown zu.
Volker Kaminski: Spurwechsel. Roman. DVA, 151 Seiten, 17 Euro 40. ISBN
3-421-05516-5.
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© Matthias Kehle
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In:
Klappe Auf, Karlsruher Kulturmagazin, April 2002 |
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