Elfriede Jelinek |
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Das Lebewohl. Drei kleine Dramen. |
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Berühmt müßte man sein! Etwa so berühmt wie Elfriede Jelinek, denn dann
könnte man schreiben, was man wollte, die Verlage druckten es. "Das Lebewohl" ist
ein schmales Bändchen, das drei kleine Dramen enthält. Angeblich, denn genau betrachtet
sind zwei davon geschwätzige Monologe. Das Titelstück ist ein Monolog des Jörg
Haider, der als Landeshauptmann in sein Bundesland zurückkehrt, eine Montage aus
Aischylos' Orestie, Politikergeschwafel und sonstigen Klischees. Haider schwadroniert gegen die
Presse, die "Tugendterroristen", die "abscheulichen, (aber Gott sei
Dank!) einmaligen Verbrechen. So was wirds nie wieder geben." Vermutlich wollte Frau
Jelinek einen braun gebrannten Dummkopf mit provinziellem Größenwahn bloßstellen,
doch sie bleibt zu sehr am Tagesgeschehen, so dass dieses manirierte Stück mit seinen paar
Gags wohl bald mit Herrn Haider in Vergessenheit geraten wird. Mein Werk über Schumann wird das einzig mögliche sein. Es wird das einzige bleiben. Es wird das Bleibende bleiben", dann hofft man, dass Jelinek den darauf folgenden Satz wahr macht: "Und dann sage ich lange nichts mehr."
© Matthias Kehle
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