Caroline Hartge |
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Asche |
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Richtig schlecht sind die Gedichte von Caroline Hartge nicht, richtig gut auch nicht. Sie sind
also mittelmäßig, und mittelmäßige Gedichte fand Gottfried Benn
unerträglich. "Stadt, Land, Fluß" ist eines der Gedichte, und wenn man von der
"Liebe" absieht, sind damit die Themen des schmalen Bändchens genannt, das gerade
einmal 22 Texte umfasst. "der flieder ist schön/ nach dem juniregen",
findet das lyrische Ich in dem Gedicht "Kleinstadt", "... aber das pflaster:/
zerfahren zerborsten...";"bahnhöfe", so Hartge, "sind
schmutzige orte/ voller abrieb von menschenhaut/ und enttäuschung." Das alte Thema
der beschädigten Gegenwart ist es, das Caroline Hartge umtreibt, ganz zu schweigen von den
beschädigten Beziehungen "voller umarmungen und unausgesprochener bezeugungen/ nach
den monaten und jahren/ als wir nicht voneinander ließen." Leider fehlen der
Autorin ein wenig die Worte, die treffenden, originellen Wendungen und Bilder, weshalb die Gedichte
etwas blass und blutleer bleiben: "ALLE gehen/ treppab treppab/ tiefer und tiefer/ unter
die verbrannte erde/ in ein gelächter aus hohn."
© Matthias Kehle
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