Ludwig Harig und
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Jahrbuch der Lyrik 2001 |
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Alle Jahre wieder sucht sich Christoph Buchwald einen anderen Partner, genauer: einen bekannten
Lyriker, mit dem zusammen er das neue Jahrbuch bastelt. Wer die letzten Jahrbücher verfolgt
hat, dem sind vielleicht Ludwig Harigs amüsante Fußballgedichte im Gedächtnis
geblieben, weil sie so schön leichtverdaulich sind. Und so dominieren im neuen Jahrbuch auch
"die heiteren Verse". "Ein Hoch dem Düdellütt" überschreibt
Harig seine Nachbemerkung, und so liest man Blödsinn, der Heinz Erhard besser gelungen war.
Absoluter Tiefpunkt ist Werner Althoffs "Gedicht" "Schnell, schnell":
"Schnell, schnell - noch ein Gedicht/ die Post macht gleich die Schalter dicht./Was jetzt
nicht abgeht, ist verloren, drum Schluß, auch wenn's nicht ausgegoren." Doch in der
neuen Jahressammlung ist durchaus auch höherer Blödsinn zu finden. Neben dem höheren
und tieferen Blödsinn stehen auch Peter Rühmkorfs melancholische Abgesänge auf das
eigene Leben, zweifelsohne Höhepunkte. Das Jahrbuch versammelt wie jedes Jahr vor allem
altbekannte Namen, Durs Grünbein, Robert Gernhardt, Harald Hartung, Christoph Meckel usw.
Neuentdeckungen macht man im Jahrbuch wenige, ganze Zweige ernstzunehmenden lyrischen Schaffens
werden ausgeblendet, vor allem aus dem Bereich der "Slam Poetrys" oder aber lakonische
Lyrik - Walter Helmut Fritz beispielsweise ist mit keinem Gedicht vertreten, das gleiche gilt
für Walle Sayer, dessen bildhaften Texte Höhepunkte in vielen anderen Jahrbüchern
sind.
© Matthias Kehle
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