Bernhard Foos |
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Eiger-Nordwand Live.
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Bei Alpinisten war das Vorhaben "Eiger live" umstritten. Das "Erlebnis
Berg" kann man nur am eigenen Leib erfahren, sagten die einen, die anderen hofften, dem
Zuschauer das Erlebnis doch ein wenig vermitteln zu können. Nun ist - wie zu erwarten war -
das Buch zum Film erschienen, und wer glaubt, eine interessante Dokumentation sei auf den Markt
gekommen, die überdies noch schöne Landschaftsbilder enthält, der täuscht sich:
Es ist ein Fernsehbuch geworden; das Fernsehen feiert sich selbst. Südwestrundfunk-Intendant
Peter Voß macht den Anfang und hebt das Besondere des Fernsehunternehmens Eiger hervor:
"Die Sendung hat nicht auf Tempo, auf Kitzel, auf Show gesetzt - nur deshalb war sie
glaubwürdig." Voß irrt: Diese Inszenierung spielte mit allen diesen Elementen,
auch wenn das Tempo besonders langsam war und der Kitzel durch die Verletzung von Evelyne Binsack
oder den Tiefblicken immer wieder hervorgerufen wurde. Auch mit Showelementen geizte die
monströse Sendung nicht. Stets wurden die Moderatoren, die Fernsehkulisse samt
Interviewpartner auf der Kleinen Scheidegg sowie die beeindruckende Logistik eingeblendet.
"Schöne Bilder" bietet der Band nur wenige, stattdessen endlose
"Screenshots" aus den Helmkameras der Bergsteiger, schwarzweiß und in
Briefmarkengröße - sie sollen die Zeitlupen-Dramatik des Geschehens wiedergeben. In den
kurzen Kapiteln kommen die Beteiligten zu Wort, schildern mal wortkarg, mal geschwätzig ihre
Erfahrungen und Eindrücke. Als Höhepunkt erinnert sich jeder der Bergsteiger,
Kameramänner, Moderatoren an seinen "schönsten Eiger-Moment". Auf fast
jeder Seite präsentiert sich das Fernsehen selbst, sei es im Beitrag des kalauernden
Moderators Wirbitzky oder in der peniblen Auflistung des Equipments, das man für das
Unternehmen brauchte.
© Matthias Kehle
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