Tibor Fischer |
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Ich raube, also bin ich |
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Was geschieht, wenn sich ein Autor einen gescheiterten englischen Philosophen ausdenkt, der
folgende Eigenschaften hat: er ist Mitte Fünfzig, fettleibig, faul, alkoholabhängig und
hat neben Frauen nur griechische Philosophie im Kopf? Es entsteht eine Klamotte, denn erschwerend
kommt noch hinzu, daß dieser Philosoph in Südfrankreich auf Bankraubzug geht. Das sei
alles sehr an den Haaren herbeigezogen? Es kommt noch dicker: Sein einarmiger und einbeiniger
Compagnon, der außerdem als Bluter an AIDS leidet, dennoch ein heiterer Geselle ist, macht
aus den Raubzügen furiose Kabarettnummern. Einer Bank, deren Bares sich auf bescheidene 4000
Francs beläuft, schenkt er einfach ein Vielfaches. Als die Beiden einem anderen Räuberduo
ins Gehege kommen, fordert er seine Kollegen zu einem seltsamen Duell, und außerdem
kündigt er die überfälle vorher in der Presse an. Dazwischen werden aberwitzige
Episoden aus dem Leben des Philosophen Eddie Coffin gestreut, der sich durchs Dasein gemogelt hat,
in dem er Stipendien veruntreut und Verlagsvorschüsse versoffen hat. Einer der grotesken
Höhepunkte ist Coffins Versuch, mittels eines Mediums Informationen über das zu bekommen,
was nach dem "Großen Vorhang" passiert. Der herbeizitierte griechische
Lyriker hat aber nichts anderes zu tun, als fluchend an seinem Medium herumzugrabschen und dieses
zu veranlassen, zwei Flachmänner in ihre Nasenlöcher zu entleeren.
© Matthias Kehle
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