Beppe Fenoglio |
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Der Geruch des Todes |
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Wenn man lange und fest die Finger einer Hand über den Rücken der anderen reibt und dann an der Haut riecht, ist der Geruch, den man wahrnimmt, der Geruch des Todes. So beginnt eine der Erzählungen, mit denen der Italiener Beppe Fenoglio 1952 zum ersten Mal
an die öffentlichkeit trat und berühmt wurde. Den Geruch des Todes nehmen fast alle
Helden der Erzählungen wahr, die nun in dem schmalen Sammelband "Das Geschäft
mit der Seele" erschienen sind. Da ist der Partisan im zweiten Weltkrieg, der sich vor
den anrückenden Deutschen in einer Gruft versteckt und beinahe wahnsinnig wird, dort ist der
alte Wucherer, der kurz vor seinem Tod mit dem Pfarrer noch ein Geschäft machen will, um seine
Seele zu retten. Selbst wenn Fenoglio vom prallen Leben erzählt, ist der Geruch des Todes
allgegenwärtig. Carlo wartet auf seine Geliebte, verwechselt sie in der Dunkelheit mit einer
anderen und stellt dieser nach. Plötzlich wird er hinterrücks von Attilio angegriffen.
Carlo geht aus dem Zweikampf als Sieger hervor, Attlilio liegt regungslos am Boden. Einige Wochen
später liest Carlo die Todesanzeige für Attilio, der schwindsüchtig aus dem Krieg
heimgekehrt war. überhaupt ist der Krieg in allen Erzählungen präsent: Er macht die
Menschen krank und verändert sie.
© Matthias Kehle
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