Francisco Coloane |
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Kap Hoorn |
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Am südlichen Ende Südamerikas, in Patagonien, sitzen des abends harte Männer am
Lagerfeuer und rauchen eine gute Zigarette. Der Tag war lang, die Arbeit auf der Estanzia hart, und
nun ist es Zeit, Geschichten von Hunden, Pferden, schönen Frauen, dem rauhen Winter und
Männerfreundschaften zu erzählen. Francisco Coloanes Geschichten aus Feuerland klingen
tatsächlich wie aus der Zigaretten-Werbung im Kino. Auch wenn in der wilden Landschaft noch in
diesem Jahrhundert die Fischer und Cowboys ihr Dasein tatsächlich auf jene klischeehafte Weise
fristeten ("rauhe, einsame Männer, gebändigt von den schartigen Liebkosungen des
Rauhreifs und der spitzen Eiszapfen: Der gnadenlose Wind der Pampa hat ihr Herz verdorren
lassen"): Es klingt ein wenig lächerlich, wenn der Autor die Geschichte jenes
Schäfers erzählt, der mitten in einem grauenvollen Schneesturm mit Pferd und Hund
umkehrt, um seinen zweiten, in einer Schneewächte zugrunde gegangenen Hund zu bergen und ihn
würdevoll zu begraben. und als Subiabre auf der Estanzia anlangte und seinen Fuchs auf der Koppel absattelte, stand der Mond schon hoch am gestirnten Himmelsrund - eine Schäferidylle aus diesem Jahrhundert, wenn auch aus Südamerika. Der hochdekorierte Autor, Jahrgang 1910, der im Klappentext mit Pablo Neruda, Joseph Conrad und Hermann Melville verglichen wird, erzählt Mythen, Märchen und Legenden aus einer der extremen Gegenden dieser Erde und zementiert dabei leider zahllose Gemeinplätze.
© Matthias Kehle |
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