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Richtig verstanden wird die moderne Physik von keinem, fasziniert sind jedoch viele von ihr. Zur
(fast) besten Sendezeit lief sonntags im ZDF die Serie "Geheimnisse unseres Universums".
Joachim Bublath erklärte sehr anschaulich, fast bedächtig, die Einstein'sche
Relativitätstheorie, die Rätsel von schwarzen Löchern, den Urknall und Ereignisse
mit seltsamen Dimensionen von 10 hoch 66 Jahren oder 10 hoch -43 Sekunden. Das Interessante daran:
Man hatte den Eindruck, plötzlich die Merkwürdigkeiten unseres Daseins im
Größten und Kleinsten zu verstehen. Mehr noch, der Laieerfuhr am Bildschirm Dinge, die
sein Vorstellungsvermögen weit überstiegen.
Zum Nachlesen ist natürlich das Buch zur Serie erschienen. Es ist ein wundervoller Bildband,
in dem man nachlesen kann, was man auf die Schnelle im Fernsehen dann doch nicht verstanden hat.
Bublath gelingt es, "Die Geheimnisse des Universums" regelrecht spannend zu
erzählen. Doch er macht auch eines klar: Vieles, von dem, was an physikalischen Erkenntnissen
immer mal wieder durch die Feuilletons geistert, ist reine Spekulation, sei es eine mögliche
überlichtgeschwindigkeit, Zeitreisen durch Wurmlöcher oder Superstrings. Bublath ist
keiner, der die Euphorie mancher Naturwissenschaftler teilt, man sei der Weltformel auf der Spur,
er ist vielmehr Skeptiker, der darum weiß, dass die moderne Physik auch nur mit Wasser kocht.
Bertrand Russells "ABC der Relativitätstheorie", Steven Hawkings "Eine kurze
Geschichte der Zeit" und Joachim Bublaths "Geheimnisse unseres Universums"
gehören in eine Reihe: Es sind vorbildliche Einführungen für Laien, wunderbarer
Wissenschaftsjournalismus.
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Joachim Bublath. Geheimnisse unseres Universums. Zeitreisen, Quantenwelten, Weltformeln.
Sachbuch. Droemersche Verlagsanstalt, München.
ISBN: 3-426-27181-8
© Matthias Kehle
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