Bettine Brentano |
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Wer ein schön Gesicht hat |
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Bettine Brentano, Bettina von Arnim, Bettine von Arnim - so zahlreich die Namen der Bettine sind, so zahlreich sind auch ihre biografischen und literarischen Identitäten. Das Werk der exzessiven Briefeschreiberin, die die Gattung des literarischen Briefes und Briefromans mitbegründet hat, ist umfangreich, ihr Leben schillernd. Nun hat die Germanistin Hannelore Schlaffer dieses Leben anhand der Briefe nachgezeichnet. Sie zeigt, wie Bettine ihr Leben literarisiert und beschönigt hat, beispielsweise in der vermeintlich erotischen Beziehung zu Goethe, dem sie in "Goethes Briefwechsel mit einem Kinde" ein Denkmal gesetzt hat. Die Herausgeberin und Kommentatorin merkt an: Diese Veröffentlichungen sind Teil des bürgerlichen Rollenspiels: Der Briefschreiber lebt ein erstes Mal im Brief und führt ein höheres Leben im editierten Brief. Als Auferstehung zu einem zweiten Leben versteht auch Bettine ihr Leben im bearbeiteten Briefwechsel. Ein Teil des Bandes widmet sich den nicht bearbeiteten, also "echten" und deshalb
lakonisch-sorgenvollen Briefen an ihren Mann, der alle Hände voll zu tun hat, seine Frau und
sieben Kinder zu ernähren, weshalb er seine literarischen Ambitionen ruhen lassen
musste. Ihre Briefe an ihn sind Grotesken einer petrarkistischen Schwärmerei und mussten gerade für einen ironischen, skeptischen Weltmann wie den Fürsten Pückler schwer zu ertragen sein.
© Matthias Kehle
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