Ernst Augustin |
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Gutes Geld |
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Wer träumt nicht davon, eines Tages von einem unbekannten Onkel einen Brief zu erhalten, in dem er mitteilt, man möge sich miteinander bekannt machen, schließlich sei der einzige Neffe zukünftiger Alleinerbe? Im Falle von Karls Onkel Augustin ist die Lage jedoch nicht ganz so einfach. Augustin läßt seinen Neffen nämlich zunächst in sein riesiges Haus einziehen und bringt ihm als seinem Angestellten seltsame Dinge bei. Karl lernt, zwei dünne Stück Papier nahtlos aneinanderzukleben, er lernt, wie man einen dünnen, silbernen Strich zieht und Männchen malt, Männchen mit Bart und ohne Bart, mit Mütze und ohne Mütze, kleine graue schablonenartige Portraits, auch das einer Dame mit Haube. Als ihn Augustin in die Bedienung einer Druckmaschine einweist, ist Karl alles klar: Er soll
Nachfolger eines genialen Geldfälschers werden. Onkel Augustin, ein komischer Kauz ersten
Grades, der an der Eingangstür tote Klingeln angebracht hat, dessen Haus so verwinkelt ist,
daß man alleine nicht mehr herausfindet, und der es für einige Tage aufgibt sich zu
waschen, um eine Eintagsfliege im Waschbecken zu schonen, der ständig über die Menschheit
schwadroniert, wenn er seinem Neffen neue Fertigkeiten beibringt: der Onkel stürzt sich eines
Tages zu Tode. Er hinterläßt eine beträchtliche Erbschaft, die jedoch wie vom
Erdboden verschwunden ist. Mit des Onkels Haushälterin, nicht weniger schrullig, macht sich
Karl auf die Suche. Er findet an obskuren Stellen rätselhafte Briefe, welche schließlich
zu einigen Millionen führen. Seine Erbschaft, das hat Karl seit langem geahnt, ist jedoch
nichts mehr wert, denn der Onkel konnte lediglich die alten Geldscheine perfekt
fälschen.
© Matthias Kehle |
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