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Fünfzig Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg macht sich der Pensionär Peter van Galen in
die Kleinstadt seiner Kindheit auf, um herauszufinden, wie es zu einem entsetzlichen Geschehen
kommen konnte, bei dem zwei seiner Freunde starben. Damals traf sich eine Clique von Jugendlichen
an geheimen Orten, um dem privaten Mief und der politischen Leere zu entkommen, zu trinken, zu
rauchen, Mutproben zu bestehen und sich vor allem zu verweigern. Van Galen hat das Geschehen
verdrängt; es gibt kaum noch Dinge, an die er sich erinnert. Er trifft die drei
überlebenden Freunde wieder, Henk, Johan und Ineke, seine Jugendliebe. Alle drei befragt er
mit kriminalistischem Spürsinn. Nach langjähriger Ehe trennt sich van Galen noch
während seiner Exkursion an die Plätze seiner Jugend und Kindheit von seiner Frau und
zieht bei Ineke ein, so als sei dies völlig selbstverständlich.
René Appel, einer der erfolgreichsten niederländischen Autoren, hat mit "Tod am
Leuchtturm" einen raffinierten literarischen Krimi geschrieben. Abwechselnd erzählt er
aus der Perspektive der Gegenwart Peter van Galens und der Ereignisse der Vergangenheit. Nach und
nach kommt ans Licht, was damals geschehen ist - die Spannung steigt von Kapitel zu Kapitel bis zur
letzten Seite. Appel zeichnet dabei exakte Psychogramme der Protagonisten und skizziert sowohl die
Entfremdung zweier unterschiedlicher Ehepartner nach vierzig Jahren als auch die zerstörten
Biografien der ehemaligen Freunde, vor allem Johanns und Inekes, die beide über den Tod von
Trudy und Sytze nie hinwegkamen. Die niederländische Gesellschaft unmittelbar nach dem Krieg,
war geprägt von Entbehrung, Zwängen, Gewalt in den Familien und entsetzlicher
Borniertheit, an der die Jugendlichen scheitern, weil sie keine Fluchtmöglichkeit fanden.
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Réne Appel. Tod am Leuchtturm
Roman. Nagel und Kimche, 368 Seiten.
ISBN: 3-312-00261-3
© Matthias Kehle
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