Als 1971 der erste Gedichtband "Bums" von Elisabeth Alexander erschien, machte sie in der alternativen Szene, die damals ihre Hoch-Zeit hatte, Furore. Mit knappen, frechen und frivolen Texten entlarvt sie das menschliche Dasein, vor allem das Verhältnis zwischen Männlein und Weiblein. Schnell hatte sie sich den Ruf einer "pornografischen Autorin" erschrieben, weil sie den Sex thematisierte:
Sekt: Auch deutscher/
prickelt/
ist nicht so teuer/
und schließlich/
kann man ja/
französich lieben/
hinterher.
Elisabeth Alexander nannte Tabus beim Namen:
Der Spiegel: Vorbelastet/
zunächst /
Zeuge der Wahrheit/
gräßliches Ungetüm/
alternder Frauen/
Liebhaberrequisit/
beim Entjungfern.
Fürze, Schweißfüße, die Geilheit von Männern - das sind die Themen in Elisabeth Alexanders erstem Buch. Wie sehr sie damals provozierte, zeigt das Gedicht Kreuz:
Symbol/
des ewig/
Hängenden/
deshalb/
ergehen sich/
Frauen/
in Mitleid.
Inzwischen sind rund 40 Bücher von Elisabeth Alexander erschienen, und längst
gehört sie zu den großen, alten Damen des Literaturbetriebs, auch wenn das etablierte
Feuilleton ihr selten Aufmerksamkeit schenkte, wie etwa bei ihrem Roman "Die törichte
Jungfrau". Ein kleines Wunder ist es, dass der Merlin-Verlag, der damals dieses schmale
Buch veröffentlichte, noch immer existiert und lobenswerterweise "Bums"
anläßlich des 25-jährigen Verlags-Jubiläums neu auflegte.
© Matthias Kehle
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Elisabeth Alexander. Bums
Lyrik. Merlin, 68 Seiten.
ISBN: 3-875-36025-7